Montag, 12. Februar 2018

Kouji Suzuki - Dark Water

Meine Wertung: ★★★★☆ 4/5

Autor: Kouji Suzuki 鈴木 光司

Titel: Dark Water

OT: 仄暗い水の底から, JP 2002
 Honoguraiimizunosokokara

Verlag: Heyne (what else -_^)

ISBN: 9783453565005

Deutsche Erstausgabe: 2004

Seiten: 302

Einband: Taschenbuch

Dazu passt:




Wieso habe ich dieses Buch, damals vor 11 Jahren, eigentlich nie zu ende gelesen?
Damals hatte ich mir alle Bücher, die es damals von Kouji Suzuki gab, gekauft. Es war auch das Jahr, in dem ich mit Japanischlernen beginnen sollte...
Selbst als ich im vergangenen Jahr einer Tätigkeit nachgegangen bin, die ich heute als Das grosse Bücherausmisten bezeichne, behielt ich die Bücher in meinem Besitz. Irgendeine Macht veranlasste mich dazu, sie zu behalten.
So nahm ich Anfangs Februar Dark Water aus dem Regal und war bass erstaunt (höhö), als ich Notizen bemerkte. Mir war gar nicht mehr bewusst, dass ich mal mit dem Lesen dieses Buches begonnen hatte. Damals schaffte ich nicht einmal die erste der sieben Erzählungen fertig. Offenbar hatte ich damals keine Ahnung von guter Literatur -_^

"Beklemmend, wie ein in einer
finsteren Höhle liegender See,
aus dem es keinen Ausgang mehr gibt."
– Navi M. Gray

In einem Satz

Ein Prolog, sieben Kurzgeschichten, ein Epilog, welche alle beklemmend vom Tod durch Wasser erzählen...


Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Ja!
Lediglich eine der Erzählungen habe ich mit 2/5 bewertet, alle anderen höher! Eine wunderbare Übersetzung, sowie eine wunderbare farbenprächtige Sprache, düstere Begebenheiten und manchmal Übernatürliches machen dieses Buch zu einem wahren Schatz! Ich gebe es nicht mehr her!



Prolog & Epilog   3/5

Kayo geht mit ihrer Enkelin am Strand spazieren und erzählt ihr, von Treibgut. Gegenständen, die das Wasser in die Bucht von Tokyo spült. Sie bilden den Rahmen für die weiteren Erzählungen und schliessen nach der letzten Geschichte damit ab.


Dunkles Wasser 浮遊する水   4/5

Wer hat nicht den Film gesehen? Entweder das japanische Original aus 2002 von Hideo Nakata oder das Ami Remake mit Jennifer Connelly aus 2005? 
Yoshimi, frisch von ihrem Mann getrennt, zieht mit ihrer Tochter Ikuko in ein schäbiges Apartment in einem noch schäbigeren Apartmentblock auf der künstlichen Insel Daiba (ich persönlich kenne nur das atemberaubende und luxuriöse Daiba). Merkwürdige Dinge ereignen sich, angefangen mit einem roten Rucksack, den Yoshimi's Tochter findet, der früher mal einem Mädchen gehört hat, welches dann verschwunden ist... 
▶︎ spätestens als der Wassertank auf dem Dach des Apartmentkomplexes zur Sprache kommt, und Yoshimi's Gedanken zu einem verwesenden Leichnam in jenem Tank liest, kommt man nicht umhin, an Elisa Lam zu denken, die möglicherweise dem Elevator Game zum Opfer gefallen ist... R.I.P.
Selbst wenn man die Verfilmung(en) bereits gesehen hat, liest sich die Kurzgeschichte wunderbar spannend.


Die einsame Insel 孤島   4/5

Kensuke Suehiro trifft sich mit seinem langjährigen Freund Sasaki und muss mitansehen, wie dieser seine neue Freundin, Yukari, die ihm offenbar peinlich ist, wie Dreck behandelt. Ein paar Wochen später berichtet Sasaki, er habe Yukari auf der verwunschenen Insel Daiba VI ausgesetzt. Yukari gehörte einer Sekte an und der zynische Sasaki schenkte er genau das, wonach Yukaris Sekte strebte. Kensuke kann die Geschichte erst nicht glauben. Als Sasaki dann im Krankenhaus liegt, offenbart er Kensuke, er habe die Wahrheit erzählt. Kensuke nimmt ein paar Jahre später an einer Expedition zur Insel Daiba VI teil und wird Zeuge des Wahrheitsgehalts von Sasakis Erzählung. 
▶︎ Der Schluss ist recht plump. Ansonsten eine super Geschichte!
Daiba VI sehe ich jedes Mal auf meinem Spaziergang über die Rainbow Bridge. Jedoch wusste ich nicht, dass das Betreten verboten ist. 
Möglicherweise mache ich ja mal einen Ausflug dahin, zusammen mit dem Dude. Einfach um vermeintlichen Geister zu sehen, die Suzuki hier beschreibt -_^


Strafe 穴ぐら  5/5

Hiroyuki Inagaki macht mit seinem Sohn Katsumi einen Spaziergang und verprügelt diesen aufgrund einer Kleinigkeit. Katsumi ist sich die Wutausbrüche seines Vaters gewohnt...
Hiroyuki ergibt sich nach Prügelattacken dem Suff hin und als er eines Morgens aufwacht, ist seine Frau verschwunden. Erst denkt er, sie sei einkaufen gegangen. Als sie jedoch auch am Abend nicht zurück ist, denkt er, dass sie ihre Drohung endlich wahr gemacht und ihn verlassen hat.
Also begibt er sich zum Hafen und geht auf sein Schiff, in dessen Laderaum er etwas Gruseliges entdeckt und noch gar nicht ahnt, mit welchem Grauen er sich auseinandersetzen muss, als er in den Laderaum steigt...
▶︎ eine wunderbare Erzählung über Tod, Liebe und Rache



Traumschiff 夢の島クルーズ   3/5

Masayuki Enoyoshi befindet sich an Bord der vornehmen Yacht Minako, welche nach der nervenden Frau des Besitzers benannt wurde. Enoyoshi möchte wieder nach hause, da er das Geschwätz der Beiden nicht mehr erträgt. Plötzlich liegt die Minako still im Wasser. Der Motor ist aufgefallen. Der Kiel muss sich irgendwo verfangen haben.
Die Sonne ist bereits unter gegangen und einer der Männer wird in die dunklen Wasser in der Bucht vor Tokyo tauchen müssen. Enoyoshi findet, dass er damit nichts zu tun hat und rührt keinen Finger. Schliesslich muss der Yachtbesitzer selbst in die dunklen Wasser tauchen. Was er da am Kiel sieht, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren...



Die Flaschenpost 漂流船   5/5

Takagi befindet sich auf dem wohl letzten Seegang. Danach möchte er seine Freundin heiraten und je nach dem, wird er seinen Job auf See aufgeben müssen. Kurz bevor sie Tokyo erreichen, stosst die Crew auf eine herrenlose Yacht. Dem Kapitän widerstrebt es eigentlich, sich damit aufhalten zu müssen, da er auf See jedoch zwei Mann verloren hat, wofür er sich vor Gericht würde behaupten müssen, kann er dieser Yacht nicht einfach den Rücken kehren und so erkunden die Männer das luxuriöse Treibgut. Von der Besatzung fehlt jede Spur. Der Kapitän beschliesst, die Yacht nach Tokyo zu schleppen. Takagi bietet an, an Bord der Yacht zu gehen, sollte es zu Problemen kommen, wäre diese dann nicht unbemannt. Der Kapitän willigt ein und Takagi wird so sein Kindheitstraum erfüllt. 
Irgendwann dämmert ihm, wieso keiner sonst an Bord gehen wollte. Die Männer halten die Yacht für ein Geisterschiff. Enoyshi findet das Logbuch und liest die seltsamen Eintragungen. Offenbar wurde ein Gegenstand, eine Flaschenpost, aus dem Wasser gefischt, wonach sich seltsame Dinge ereigneten. Enoyshi beginnt gegen die Angst und mögliche Geister zu kämpfen...



Wassertheater ウォーター・カラー   2/5

Ein ehemaliger Schauspieler eines Theaters, der nun hinter den Kulissen tätig ist, da er sich gegen den Regisseur aufgelehnt hat, findet sich mit einem Problem konfrontiert. Wasser. 
▶︎ irgendwie langweilig und nicht ganz klar... 



Der unterirdische See 海に沈む森   5/5

An einem Wochenende im Frühwinter 1975 brechen Fumihiko Sugiyama und dessen Kumpel Sakakibara auf ins Kalksteingebirge. Sie möchten eine Höhle finden, die noch kein Mensch zuvor betreten hat. Das Glück ist ihnen hold und sie stossen tatsächlich auf eine Höhle, die nirgends verzeichnet ist. Sugiyama, der anfangs besonnen reagiert, möchte nicht zu tief in die Höhle rein, da sie nicht genügend Ausrüstung dabei haben. Sakakibara ist jedoch Feuer und Flamme und stürmt ganz aufgeregt drauflos. Als sie dann zu einem Schacht kommen, legt Sugiyama seine Besonnenheit ab und gibt sich der Abenteuerlust hin. Natürlich ist ihnen Fortuna nicht die ganze Zeit über hold und so folgt ein bedauerliches Ereignis auf ein anderes...
Zwanzig Jahre später macht sich Sugiyama's Sohn auf, die Höhle zu erforschen...
▶︎ Einzigartig auch hier, wie Suzuki die Atmosphäre in einer Höhle zu beschreiben im Stande ist! Gänsehaut pur! 
Wer Filme wie Sanctum mag, wird diese Kurzgeschichte lieben! Mein absoluter Favorit!


Dieses Bild entstand für meinen Blogeintrag Geschenkt ist noch zu teuer VI - Dark Water


Sonntag, 11. Februar 2018

Stephen King - Wahn

Meine Wertung: ★★☆☆☆ 2/5

Autor: Stephen King

Titel: Wahn

OT: Duma Key

Verlag: Heyne

ISBN: 9783453265851

Deutsche Erstausgabe 2008

Seiten: 891

Einband: Gebunden

Genre: Drama, Grusel

Dazu passt: ein CHOPFAB-Bier



Wahn... 

Über Sinn und Unsinn deutscher Titel liesse sich ein ganzes Buch schreiben. Schon gut, schon gut. Ein ganzes Buch ist nicht wahr. Viel mehr wäre es ein Fortsetzungswerk...
Am besten gefällt es mir ja, wenn ein Werk mit ursprünglich englischem Titel dann einen neuen englischen Titel für die deutsche Ausgabe bekommt. Meist bei den Filmen so.
Der englische Titel gefällt mir bei Wahn besser: Duma Key. Auch die Umschlagsgestaltung gefällt mir bei HEYNE nicht so gut.
Wie dem auch sei, weshalb hier zum seichten Titel Wahn gegriffen worden ist, kann ich mir denken. Hat man die ersten 300 Seiten hinter sich, macht einem das Buch wahnsinnig, weil es einfach nicht voran kommen will...

"Was gut beginnt, mag schlecht enden."
– Navi M. Gray

In einem Satz

Erfolgreicher Unternehmer hat einen folgenschweren Unfall, nachdem ihn seine Frau verlässt, er auf eine Insel zieht, Künstler wird und sich bald in einer faden Gruselgeschichte wiederfindet.

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Jein. 
Ich empfehle die ersten ca. 200-300 Seiten. Der idyllische Anfang ist ganz nach King. Ein wunderbares und sorgenfreies Leben wird beschrieben, welches dann durch einen Unfall völlig aus den Fugen gerät: er verliert seinen Arm, seine Frau lässt sich von ihm scheiden und er verfällt erst in Selbstmitleid. Schliesslich mietet Edgar The Big Pink, ein Haus auf Duma Key, einem abgelegenen Inselstück. Während seiner Strandspaziergänge lernt er seinen Nachbarn, Jerome Wireman, kennen und irgendwann beginnt er zu malen. Der Zufall oder das Schicksal will es so, dass er seine Bilder in einer Galerie ausstellen kann. Seine Nachbarin, die alte Elizabeth Eastlake hinterlässt ihm seltsame Botschaften auf dem AB. Die Bilder müssen Duma Key verlassen. Die Bilder sind mächtig. Man könnte von einem Fluch sprechen. Schliesslich werden brave Bürger zu Mördern und liebe Menschen sterben. Edgar, Wireman und Edgar's Gehilfe Jack Cantori machen sich schliesslich auf, um Ghostbusters zu spielen. Ja, sie gehen in der Tat auf Geisterjagd. Allerdings findet diese ziemlich gen Ende des Buches statt und die Luft dieser aufblasbaren Matratze ist längst draussen. Derart draussen, dass sie untergeht. 
Nicht einmal der Showdown, wenn man dieses seichte Geschmiere überhaupt den Ausdruck Showdown verdient, vermag es auch nur einen Hauch von Spannung aufkommen zu lassen. Ja, es ist recht enttäuschend... 
Ein Manuskript, das in King's bekannter Schublade hätte liegen bleiben können... 

Was ausserdem auch ätzend ist, sind diese elenden Kapiteleinleitungen Wie man ein Bild zeichnet...

Spoiler - Gedankenstütze für mich

Ich hatte mich auf Wahn gefreut. Edgar war mir von Anfang an sympathisch, selbst dann noch, als er seine Frau erwürgen wollte. Ganz ehrlich? Die F*** hätte das verdient.
Irgendwann ging es einem dann gehörig auf die Nerven, immer die gleichen Wiederholungen lesen zu müssen, bezugnehmend zu Edgars Schmerzen und Phantomschmerzen.
Nach der ersten Geistererscheinung folgten unzählige Seiten unnötigen Blablas. Immerhin wurde Edgars Tochter, mit dem ungewöhnlichen Namen Ilse ermordet. Immerhin da kam ein bisschen Freude auf. Jedoch fehlt jede Spannung. Der Schluss ist seicht.


Und hier ganz unterschwellig, meine Meinung zum Buch als Name eines guten Schweizer Bierchens:


Montag, 15. Januar 2018

Stephen King / Owen King - Sleeping Beauties (der Tragödie 2. Teil)

Meine Wertung: ★★☆☆☆ 2/5

Autor: Stephen King

Titel: Sleeping Beauties

OT: Sleeping Beauties, 2017

Verlag: Heyne

ISBN: 9783453271449

Deutsche Erstausgabe 2017

Seiten: 958

Einband: Gebunden

Genre: Fantasy

Dazu passt: ein bequemes Bett



Der Tragödie 2. Teil

Bereits bei Gwendys Wunschkasten kam ich nicht umhin, mich zur mangelhaften Übersetzung zu äussern.
Als ich dann bei Sleeping Beauties "bass erstaunt" erneut lesen musste, wurde mir klar, noch ehe ich den Namen des Übersetzers gelesen hatte, es musste sich um den selben antiquierten Menschen handeln, wie schon bei Gwendys Wunschkasten. Doch ich sollte mich irren.
Für die Misshandlung von Gwendys Wunschkasten hat sich Ulrich Blumenbach zu verantworten. Für das orthographische Desaster in Sleeping Beauties jedoch Bernhard Kleinschmidt.
Dies brachte mich dann zu der Frage, ob eventuell gar nicht die Übersetzer ihren Kopf auf den Richtblock legen und um einen sauberen Hieb bitten müssen, sondern eventuell doch eher das Lektorat? Sitzen beim Heyne plötzlich nur (noch?) nahezu fossile Lektoren? Wer trägt die Schuld?
Da die Suche nach dem Schuldigen ins Leere laufen würde, befassen wir uns doch mit dem wahren Horror in diesem Buch. Mit der grausamen und sadistischen Verstümmelung der Orthographie.

Liegt es daran, das ich Deutsch unterrichte und mir Fehler daher eher noch auffallen, als manch anderem Menschen?
Die Diskussionen auf Facebook haben mich dann doch beruhigt. Unter Anderem in der Stephen King Gruppe diskutierten wir über Fehler in diesem Buch.

Natürlich habe ich sie nicht Alle fotografiert, denn das hätte den Rahmen dieses Eintrages gesprengt. Hier eine Auswahl.

 Die Wände waren aus glattem, hellbeige Zement. Seit wann wird in einer Folge aus Adjektiven nur noch das erste dekliniert? Machen wir uns doch den Spass:
Sie hatte grüne, wunderschön Augen. 
Der blaue, weit Himmel.
Die Boeing 747 ist ein grosses, wunderschön Flugzeug.
Klingt seltsam? Mhm... wieso fällt das dem Lektorat nicht auf?
Die Wände waren aus glattem, hellbeigem Zement.

Hier ansonsten noch ein Ausschnitt zur Adjektivdeklination von beige aus Duden:


Machen wir jedoch weiter mit der Syntax. 
Bereits in der Primarschule lernen wir hierzulande, dass der doppelte Gebrauch eines Wortes zu vermeiden ist - auch (oder besonders?) bei reflexiven Verben.
Schliesslich räusperte er sich und entschied sich.
Wie wäre es alternativ mit: Schliesslich räusperte und entschied er sich.?


Wie ich umgangssprachliche Ausdrücke in solchen Büchern doch verabscheue!
Genau deswegen ist Risa Wattayas eigentlich wunderbarer Roman Hinter deiner Tür aus Papier bei uns gefloppt. Die Übersetzerin hat ihr Bestes gegeben und so hatte man nicht den Eindruck eine Geschichte, welche in Japan spielt zu lesen, sondern man fühlte sich in Deutschland. Und DAS ist es ja, was wir wollen, wenn wir einen Japanroman lesen, nicht wahr? Sarkasmus aus.

dröge
Wortart: Adjektiv
Verwendung: Norddeutsch (gottseidank leben wir alle im Norden Deutschlands)
Bedeutung: trocken, langweilig, reizlos


 ...eine ältere Kalkfaktorin, die lebenslänglich hatte. 
Wäre "lebenslänglich" hier nicht als Substantiv zu behandeln? Eine lebenslängliche Haftstrafe. Sie hatte Lebenslänglich.


Und hier... mein absoluter Favorit! Wie oft im Lektorat auf Akkusativ und Dativ geschissen worden ist (bitte entschuldigt diese vulgäre Ausdrucksweise, aber es macht mich rasend), habe ich irgendwann zu zählen aufgegeben.
Mir ist bewusst, dass es laut Duden (seit wann eigentlich???) in Ordnung ist, dass man, egal um welchen Fall es sich handelt, einfach jemand schreibt. Es mag in Ordnung sein, weil die Rechtschreibereformen, die Faulheit belohnen. Wie kann man, als Verlag so etwas gutheissen? Meiner Meinung nach, hat ein Verlagshaus auch eine gewisse Verantwortung dem Erhalt der deutschen Sprache gegenüber und sollte es besser wissen.
Wenn so etwas hier zur Normalität verkommt, wieso sagen wir dann den Kasus nicht gleich Lebewohl? Wieso nutzen wir dann nicht fortan nur noch den Nominativ? Verben konjugieren? Wozu? Belassen wir sie doch einfach in der Grundform. Wieso versuchen wir das nicht einfach mal? Verabschieden wir uns von die Fälle, von die ganz Orthographie. Am besten auch gleich von die Artikel. Machen wir doch George Orwell's 1984 alle Ehre und beginnen noch heute damit Neusprech sprechen. Fehler in vergangen Sätze sein Absicht. Ich wollen Sprache einfach machen.

Wenn ein Satz den Akkusativ verlangt, dann schreibt (herrschaftnocheinmal) jemanden. Wird der Dativ verlangt, dann schreibt jemandem. So schwierig ist das nicht!
Ich (und zahlreiche meiner entsetzten Lehrerkollegen) weigern uns jedenfalls, so etwas zu lehren! Eher noch würde ich Neusprech unterrichten...


Liebe Leute, noch immer weiss ich nicht, was ein Dienstkoppel sein soll. Duden konnte mir da auch nicht weiterhelfen.
Duden hat mir aber gesagt, dass Koppel (nicht das eingezäunte Weideland), ein zu einer Uniform gehörender breiter Ledergürtel ist.
Ist es nicht herrlich erfrischend, wenn man beim Lesen noch Detektivarbeit leisten und Bedeutungen der Worte suchen muss?



Da ist mir der Gedanke gecho, dass ich auch ein Buch lektorieren oder übersetzen sette und dann einfach Schweizerdeutsch einbauen. Wieso?
Einfach darum, zum dem Leser das Leben echli schwerer zu machen. Um das ganze aber richtig zu würzen, würde ich mir Hilfe im "Wallish" und dem "Bärner Oberlang" reiche. Einfach weil es das ganze noch ein chli oder auch es Müh schwieriger machen würde. Was meint ihr, oh meine Leser hiezue?
Moment, ich muss hurtigschwind die Stegen aben und weidli im Keller ein Möuchmäuchterli go reichen.

Fisimatenten
Wortart: Pluralwort, die Fisimatenten
Verwendung: umgangssprachlich
Bedeutung: Ausflüchte, Umstände













Das kann passieren. Ich habe auch schon zahlreiche Blogeinträge und Kurzgeschichten verfasst und mich dabei vertippt.
Ich spreche vom Gesicht...

...musste er aufstehen und seinen Hinterkopf wiederfinden.
Steht das im englischen Original wahrhaftig so da?


Selten habe ich mich beim Lesen dergestalt aufgeregt, wie hier. Den kommenden King werde ich wohl in Englisch lesen - sollte dieses Chaos beim Heyne-Verlag so weitergehen.

Ich habe von zahlreichen Kinglesern erfahren, dass sie dieses Buch für überteuert halten. Angesichts der Tatsache, dass ich in der Buchbranche tätig war und um deren täglich Überlebenskampf weiss, kann ich ein bisschen Verständnis aufbringen.
In der Schweiz bezahlt man:
Meine treuen Leser wissen, dass ich meine Kingbücher stets kostenlos in Gestalt eines Leseexemplares von der netten Verlagsvertretung bekommen habe. Da ich der Buchbranche nun endgültig den Rücken gekehrt habe, werde ich die künftigen Bücher wieder berappen müssen. 
Dies ist nicht weiter schlimm. Jedoch komme ich nicht umhin anzumerken, dass ich auch bereits für Sleeping Beauties Geld bezahlen musste. Und mit dem Personalrabatt, den ich bei meinem ehemaligen Arbeitgeber noch hatte, durfte ich dennoch! stolze CHF 25.95 anstelle von fast CHF 40.00 bezahlen. Nun schauen wir doch mal dodax.ch an. 
Ist es nicht traurig, dass ich da nur 40 Rappen mehr hätte bezahlen müssen? 😂

Samstag, 30. Dezember 2017

Stephen King / Owen King - Sleeping Beauties (der Tragödie 1. Teil)

Meine Wertung: ★★☆☆☆ 2/5

Autor: Stephen King

Titel: Sleeping Beauties

OT: Sleeping Beauties, 2017

Verlag: Heyne

ISBN: 9783453271449

Deutsche Erstausgabe 2017

Seiten: 958

Einband: Gebunden

Genre: Fantasy

Dazu passt: ein bequemes Bett



Der Tragödie 1. Teil

Oh meine getreuen, Moloko Plus trinkenden Leser! (Dabei fällt mir ein, ich sollte Burgess' A clockwork orange mal wieder lesen...)
Hier behandeln wir der Tragödie erster Teil: die Rezension zum Inhalt des Buches. Folgen wird - noch heute oder dann im neuen Jahr - eine Rezension, wie ich sie noch nie zuvor verfasst habe. Sie wird sich mit mangelnden Orthographie befassen, welche mit den letzten Tagen des Caligula verglichen werden kann. Verstümmelung! Missachtung! Die Orthographie badet in einer blutigen, bestialisch zugerichteten infernalischen Entropie... Ich schweife ab... 

Mir ist bewusst, oh meine getreuen Leser, dass ich mich künftig dringendst eines neuen Zitates zur Umschreibung der Langeweile befleissigen sollte - ist das untenstehende doch bereits recht verbraucht und abgewetzt. Und zwar dergestalt, dass die einstige Patina so dünn geworden ist, dass man mühelos hindurch blicken kann. 

"Dieses Buch in Flaschen abgefüllt
ergibt ein prima Schlafmittel."
– Navi M Gray

Was haben sich die beiden Herren beim Schreiben dieser nahezu 1000 Seiten nur gedacht? Erschreckend war das Nachwort, in dem es heisst, es hätte zuvor eine umfangreichere Fassung gegeben. Ähm? Noch umfangreicher? Ich bedanke mich bei allen für die Kürzung verantwortlichen Menschen.
Auch wenn ich mit den folgenden Worten, Gefahr laufe, von eingefleischten King-Fans gelyncht zu werden, komme ich nicht umhin, meine Wahrheit dennoch zu entfesseln:
Ich gehöre zu den Menschen, die King's Kurzgeschichten für besser halten, als seine langen Romane. Natürlich bestätigen zahlreiche Ausnahmen diese Regel. Dennoch! Habe ich bisher keinen wirklich packenden King gelesen, der derart umfangreich war. Nehmen wir Die Arena bspw. auch da war es ein regelrechter Kampf.
Der Fairness halber sei gesagt, dass es mir ohnehin ablöscht, wenn ich in einem Buch ein Personenregister habe - welche ich stets konsultieren muss, um zu wissen, um wen es sich bei der entsprechenden Person handelt. Das war bei Die Arena nicht anders.
Auch muss ich zugeben, dass mich der Plot schon nicht sonderlich interessiert hat. Frauen werden von einer Schlafkrankheit befallen. C'mon Essé!
Dennoch! handelt es sich um einen King, weshalb er (der Roman) gelesen werden musste. Und so geschah es. Und ich sie (ich) sah, dass es schlecht war...
Oder um es mit den Worten, des letzten Kreuzritters in Indiana Jones und der letzte Kreuzzug auszudrücken:

"Seine Wahl war...schlecht."

In einem Satz

Frauen werden von einer Schlafkrankheit befallen und in einen Kokon gehüllt, welcher - wenn denn zerstört - sie zu mörderischen Bestien macht und sie werden zerstört, von einer nun von Männern dominierten Welt, in der bald schon das Chaos ausbricht.

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Nein!
Einerseits habe ich nichts für Fantasy übrig. Zweitens lesen sich diese 958 Seiten äusserst schleppend. Es dauert lange, bis das Buch den ersten Versuch startet ein bisschen Spannung aufzubauen. In der Hoffnung auf einen steigenden Spannungsbogen liest man weiter und wird enttäuscht - der Höhepunkt bleibt aus.
Erst auf den letzten paar Seiten kommt ein bisschen Spannung auf, obschon das Ende des ganzen Schlamassels absehbar ist.
Anders als bei anderen Werken, wirken die Figuren hier nicht lebendig. Vielmehr wird nahezu jedes menschliche Klischee krampfhaft abgedeckt - wenn teilweise auch nur am Rande erwähnt. Zu viele Personen spielen für den eigentlich Ausgang überhaupt keine Rolle und hätten auch weggelassen werden können. Die Detailverliebtheit des Autoren nervt in diesem Buch hin und wieder stark - zieht es das Ganze nur unnötig in die Länge.
Wir haben einen idyllischen Anfang, einen hinkenden und nur mit Krückstock langsam vorankommenden Mittelteil, einen Showdown, der gar nicht weiss, dass er einer ist und dann einen Epilog, der abgedroschener und absehbarer kaum hätte sein können.
King's sonst typischer Sarkasmus kommt viel zu kurz.

Die grosse Frage aber bleibt:

Was ist mit Menschen, die eine Geschlechtsanpassung hinter sich haben? Ein als Frau geborener Mann. Schläft dieser auch ein, weil er ja ursprünglich mal eine Frau gewesen ist? 
Eine als Mann geborene Frau? Was ist mit ihr? 
Wie sieht es mit Hermaphroditen aus? Schlafen oder nicht schlafen - das ist hier die Frage. 

Spoiler - Gedankenstütze für mich

Du hast es geahnt und diese Ahnung sollte ihre Bestätigung finden.
Hierbei handelt es sich um ein stinklangweiliges Buch, das nicht recht weiss, wohin es will.
Die Frauen werden in Kokons gehüllt und landen in einer Art Paralleluniversum. An ihrem Ort. Die Männer beginnen durchzudrehen. Frauen werden verbrannt.
Schliesslich wird das Gefängnis, in dem Evie Black einsitzt eingenommen. Jedoch normalisieren sich die Geister der aufgebrauchten Meute von einer Minute auf die andere und so wird Evie nicht getötet. Man staune!
Die Frauen an diesem anderen Ort werden vor die Wahl gestellt und ausser Lila Norcross wollen alle zurück in diese ach so schlechte Welt voller ach so schlechter Männer.





Donnerstag, 30. November 2017

Stephen King - Albträume (Nightmares & Dreamscapes)

Meine Wertung: ★★★★☆ 4/5

Autor: STEPHEN KING

Titel: Albträume

OT: Nightmares & Dreamscapes, 1993

Verlag: Heyne (what else -_^)

Ausgabe von 1993
ISBN: 978-3-453-50338-4
(Vergriffen)

Deutsche Erstausgabe: 1993

Seiten: 462

Einband: Taschenbuch




1 Vorwort, 12 Kurzgeschichten, 1 Anmerkungen

Fünf der in diesem Band enthaltenen Kurzgeschichten wurden verfilmt.


Was passt besser zum Herbst, als eine Anthologiensammlung des Meisters der modernen Horrorliteratur, Stephen King?
Mich deucht, in seinen Kurzgeschichten geht stetig wahrlich auf. In seinen Romanen hingegen verliert er sich teilweise zu sehr im Detail. Wie dem auch sei...

Ich hatte völlig vergessen, dieses fabelhafte Buch zu rezensieren. So habe ich es nun ein drittes Mal gelesen. ^_^

Meine Ausgabe stammt aus 1993, was man ihr ansieht. Dennoch! ist de Rücken nicht geknickt. Noch immer nicht. Ja, darauf bin ich stolz. Die Seiten jedoch sind leicht vergilbt, aber was solls.

Für mich war es interessant zu sehen, wie mein Geschmack sich im Laufe der Jahre verändert hat, so gefallen mir doch heute Geschichten, die ich damals mit 1/5 bewertet hatte.

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Ja! 
Wie die meisten von King's Kurzgeschichtensammlungen ist auch dieser Band wunderbar befüllt worden! Die meisten der Erzählungen sind düster und allesamt sind sie spannend und jede hat ihren eigenen Charme. 
Meiner Meinung nach, eine der besten Anthologiensammlungen.
Wer ältere Werke von King mag, der sollte dieses Buch unbedingt lesen. 


Dolans Cadillac

Diese Geschichte wurde 2009 mit Christian Slater unter dem Titel Dolans Cadillac verfilmt. Irgendwann folgt hierzu dann ein Eintrag in der Rubrik Buch VS Film.
Robinson ist Lehrer und führt eine glückliche Ehe seiner Frau Elizabeth, bis sie vom Unterweltboss Dolan umgebracht wird. Sie war zur falschen Zeit am falschen Ort. 
Robinson kommt nicht über den Tod seiner Frau hinweg, beobachtet Dolan über sieben Jahre lang und schmiedet dann einen wahrlich kreativen Racheplan, welchen er in der Wüste Nevadas in die Tat umsetzt. 
  Die Geschichte ist aus Robinsons Sicht geschrieben. Über seine Aphorismen kann man hin und wieder lachen oder aber sie stimmen einem nachdenklich. 

5/5


Das Ende des ganzen Schlamassels

2006 für die Mini-Serie Nightmares & Dreamscapes verfilmt. 
Howard Fornoy "Bowow" erzählt, während er dem psychischen Verfall immer näher rückt, die Geschichte, wie er und sein Bruder Robert die Menschheit, so wie wir sie kennen, vernichtet haben. Dies unbewusst nur mit den besten Absichten. Zu spät haben sie erkannt, dass ihr Projekt unausweichliche Folgen nach sich ziehen würde... 
  Hier mal eine andere Darstellung der Apokalypse. Wunderbar unterhalten und spannend geschildert. 

4/5


Kinderschreck

Die Grundschullehrerin Emily Sidley herrscht über ihre Klasse, in dem sie Angst und Schrecken verbreitet. 
Eines Tages glaubt sie, möglicherweise nachdem sie The Bodysnatchers einmal zu oft gesehen hat, dass die Kinder ihrer Klasse durch Monster ersetzt worden seien. Eines der Kinder verwandelt sich vor ihr eine solche Bestie. Emily Sidley erkennt, dass sie die Welt vor diesen Monstern befreien muss und schmiedet einen Plan, der den Tod einiger dieser Kinder zur Folge hat - dies jedoch bleibt auch für sie nicht ohne Folgen...
  Bitterböse und herrlich gestört (besonders wenn man Kinder nicht mag 😜)
-> Die Geschichte wurde als Dollarbabies verfilmt und eine weitere Verfilmung als Spielfilm ist geplant. 

3/5


Der Nachtflieger

Hach, was liebe ich diese Geschichte und so auch die Verfilmung. Dieser Film hat mich damals, als ich jung war, doch ein bisschen verängstigt gehabt. Das waren noch Zeiten...
Die Kurzgeschichte liest sich ebenso wunderbar. Dees arbeitet für Inside View und ist einem cessnafliegenden Vampir auf den Fersen. Er lebt für den Horror und liebt es, seine Leser in Angst und Schrecken zu versetzen. Dees geht über Leichen, um die Auflage zu steigern. Doch was mit dem sogenannten Nachtflieger (Dwight Renfield) auf ihn zukommt, damit hat er im Leben nicht gerechnet... 
  Wunderbar spannend, düster, zynisch und einfach 100% King! GENIAL!

5/5


Popsy

Und noch eine Vampirgeschichte. Eine Wunderbare noch dazu!
Sheridan hat Schulden bei den falschen Leuten und muss an Geld kommen. Also hat er einen Job als Kinderfänger angenommen und lauert vor einem Einkaufszentrum auf Kinder, die ihre Eltern verloren haben. Es sollte ein guter Tag für ihn werden, denn vor dem Eingang stand tatsächlich ein kleiner Junge. Ganz allein.
Sheridan erschleicht sich des Jungen Vertrauen und lockt ihn in seinen Lieferwagen. Der Junge fragt immer wieder nach seinem Popsy. Sheridan versichert ihm, er würde ihn zu seinem Popsy bringen. Was er nicht ahnen kann, dass Popsy ein Vampir ist... Möglicherweise der selbe, den wir in Der Nachtflieger kennengelernt haben...

5/5


Es wächst einem über den Kopf

Diese kurze Geschichte soll bekanntlich ein Nachtwort zu In einer kleinen Stadt sein. 
Im Zentrum des Geschehens steht das Newall-Haus, auf einem Hügel in Castle Rock. Joe und Cora Newall lebten darin. Cora bekam eine schrecklich missgebildete Tochter namens Sarah, die nicht einmal ganze sechs Stunden überlebte. Cora ist über den Verlust nie wirklich hinweggekommen. Joe stürzte sich in die Arbeit am Haus und baute es stets weiter aus - auch noch nach dem Tod seiner Frau... Als auch Joe nicht mehr auf Erden weilte, stand das Haus lange Zeit leer und wurde dann an Auswärtige verkauft - die aber bald darauf das Weite suchten. 
Die Herren in der Kneipe erzählten sich dann, dass am leerstehenden Newall-Haus wieder mit Bauarbeiten begonnen worden sei... Rose Red?
  Meiner Meinung nach mehr Melodrama denn Horror - aber wieder einmal wunderbar... Eine Erzählung über die Vergänglichkeit...

5/5


Klapperzähne

Als eine Kurzgeschichte in Quicksilver Highway verfilmt. 
Bill Hogan ist auf der Durchreise und macht an einer Tankstelle halt. Dort im Laden sieht er Klapperzähne mit weissen Socken und grossen gelben Schuhen, die er unbedingt haben möchte. Für seinen Sohn, aber auch für sich selbst. 
Der Besitzer des Ladens schenkt ihm die Schuhe. Als Bill weiterfahren will, wird er von einem Jungen gefragt, ob er mitfahren könne. Schliesslich ziehe ein gigantischer Sandsturm auf. Da Bill schlechte Erfahrungen gemacht hat, zögert er erst, nimmt den Jungen, der sich dann als Bryan Adams vorstellt mit. Die Situation wird zunehmend unangenehm, bis Bryan Adams schliesslich ein Messer zieht... 
Ein Autounfall ereignet sich und die bis dahin defekten Klapperzähne werden lebendig...
  Witzig und bitterböse. Durchwegs spannend, wenn auch idiotisch teilweise. Ich mag diese Geschichte einfach. 

5/5


Zueignung

Das Zimmermädchen Martha Rosewall schliesst einen Pakt mit der Bruja-Hexe Mama Delorme über den natürlichen Vater ihres ungeborenen Kindes. 
Später dann, als ihr Sohn erwachsen und einen Bestseller veröffentlicht hat, erzählt sie ihrer Freundin Darcy von dem Pakt und den Jahren davor und danach und wie es dazu kam, dass ihr Sohn so erfolgreich geworden ist...
  Anfangs hat man keine Ahnung, worauf man sich eingelassen hat. Man entwickelt Mitleid mit Martha und fragt sich, wie Menschen so grausam sein können... irgendwann verziehen sich die Mundwinkel dann zu einem fiesen Lächeln.. 😏

3/5


Der rasende Finger

Wurde 1991 für die TV-Serie Monsters verfilmt. In der Hauptrolle der wunderbare Tom Noonan als Howard Mitla. 
Howard sieht sich eine Quiz-Show im Fernsehen an, als er aus dem Badezimmer ein kratzendes Geräusch hört. In der Annahme es sei eine fette Ratte geht er ins Badezimmer, um dann einen Finger im Waschbecken zu sehen. Seine Frau sieht den Finger nicht. Nur Howard. 
Nach schlaflosen Nächten und Urinierens in den Strassen, beschliesst Howard der Sache Herr zu werden, geht in den Laden an der Ecke und kauft sich eine elektrische Heckenschere und Abflussreiniger. Damit bewaffnet will er dem Finger den Garaus machen...
  Auch hier haben wir eine recht idiotische Geschichte. Aber ganz ehrlich liebe Leser, wie würden wir reagieren, würde es uns eines Tages wie hier dem guten Howard Mitla ergehen? Auch diese Geschichte erwärmt mein Herz immer wieder. 

5/5


Turnschuhe

John sieht in der Herrentoilette Turnschuhe unter der Kabinentür. Erst denkt er sich nichts dabei, realisiert dann aber, dass eine tote Fliege auf dem Schuh liegt. Als die Schuhe nach Wochen noch immer dort stehen, beginnt er sich zu fragen... Es liegen auch immer mehr tote Fliegen und Staub darauf und um die Schuhe herum. 
Georgie erzählt John dann eine Geschichte, die weit zurück liegt. Über den Mord an einem Drogenkurier, dessen Geist in der Herrentoilette sein Unwesen treiben soll. 
Von der Neugierde gepackt, geht John wieder zur Herrentoilette. Diesmal öffnet er die Tür der Kabine mit den hervorlugenden Turnschuhen...
  Spannend und teilweise ein bisschen zu viel des musikalischen Blablas und doch eine gute Geistergeschichte der Moderne. 

3/5


Verdammt gute Band haben die hier

Auch diese Kurzgeschichte wurde für die Mini-Serie Nightmares & Dreamscapes verfilmt. 
Clark und Mary sind im Auto auf einer Landstrasse unterwegs. Während Mary ein Schläfchen macht, nimmt Clark eine "Abkürzung" und so landen sie mitten im Nirgendwo. Mary ist äusserst sauer darüber und verlangt, dass Clark wendet. Die Strasse, die jenen Namen gar nicht verdient hat, ist jedoch zu schmal dazu. So fahren sie weiter und weiter... 
Irgendwann kommen sie an ein Schild, welches sie im Ort Rock'n'Roll Heaven begrüsst. Mary findet das alles sehr merkwürdig. Sie fühlt sich wie in einer Episode aus Twilight Zone und ahnt gar nicht, wie recht sie damit haben wird... 
Eine wunderbare Geschichte, welche wahrlich für eine Episode der TWILIGHT ZONE hätte verfilmt werden sollen...
  Witzig, spannend und äusserst kreativ. 

5/5


Hausentbindung

Wohl die erste und einzige Zombie-Erzählung von Stephen King. 
Sie spielt auf einer kleinen Insel, deren Bewohner erst im Radio und Fernsehen von einer Invasion aus Untoten in anderen Ländern und schliesslich anderen Teilen der USA hören. Schliesslich wappnen sie sich und harren auf dem Friedhof aus, um den Zombies, sollten auch sie heimgesucht werden, den Garaus zu machen...
Erst geht es nur um Maddie Pace. Wir lesen ihre Lebensgeschichte und erfahren Dinge, über das Leben einer Frau von damals... Einer Frau, die ihr Leben auf einer kleinen Insel fristete und nichts von Feminismus wusste. Ihr Mann Jack ertrinkt schliesslich beim Hummerfischen - jedoch sieht Maddie ihn dann wieder... 
  Obschon ich nichts für Zombies übrig habe, gefiel mir diese Erzählung sehr gut. 

3/5




Tim Miller - Familienmassaker

Meine Wertung: ★★☆☆☆ 2/5

Autor: Tim Miller

Titel: Familienmassaker

OT: Family Night, 2013

Verlag: FESTA

ISBN: Keine, da FESTA Extrem

Deutsche Erstausgabe Juni '15

Seiten: 152

Einband: Taschenbuch

Genre: Thriller

Dazu passt: sonstiger Müll vom FESTA-Verlag


Und einmal mehr hat Eure gute Rezensionistin Navi M. Gray Geld für Schund aus dem Fenster geschmissen. Ich ziehe ernsthaft in Erwägung, mit dem Rauchen kubanischer Zigarren zu beginnen. Einfach um diese mittels brennendem Geldschein anmachen zu können. So wüsste ich immerhin im Voraus, dass ich mein kostbares Geld verschwendete...


"Wenn Lesen zur Mutprobe wird..."
– Frank Festa

Ach Frank... Frankieboi... Netter Slogan, den Du da für Deinen Verlag gewählt hast. Jedoch trifft das auf die meisten Bücher nicht zu. Oder zumindest nicht auf jene, die ich mir zu Gemüte geführt habe... Ja ich bedauere den Kauf so mancher Bücher... Besonders dann, wenn sie keine ISBN haben und ein Etikett mit "Extrem" draufgepappt worden ist. Ja dann, kann ich mir sicher sein, ich verschwende mein Geld. Extrem ist dieses Buch vielleicht in den Augen einer Achtjährigen, die eben das Horrorgenre für sich entdeckt hat.
Obschon mir das Portrait des Autoren äusserst sympathisch erscheint, komme ich nicht umhin diese 152 mit einer Rezension zu versehen, die so wahr ist, wie ich hier sitze und bei einer Tasse Grüntee schreibe.
Pluspunkt: Der Autor war sich kurz zufassen in der Lage. Meinen ergebensten Dank, Tim Miller.

In einem Satz

Familienmassaker in Flaschen abgefüllt ergibt ein prima Schlafmittel.

Ein Familienvater erzieht seine Kinder zum Kannibalismus und entführt irgendwelche Frauen, um diese dann mit den Kindern verspeisen zu können.

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Nein! Um Himmelswillen! Nein! 
Hände weg von diesem Buch! 

Die Story ist so seicht und absehbar, dass man sich ein bisschen mehr Kreativität seitens Herrn Miller wünscht. 
Beispiel: Eine Lagerhalle im Wald. Das Opfer humpelt den Weg entlang, anstelle sich durchs Unterholz in die Freiheit zu kämpfen... Sämtliche Handlungen sind absolut absehbar. Überraschungen bleiben aus. Somit kommt auch keine Spannung auf. Einzig an der Stelle, wo man wissen möchte, ob die beiden letzten Opfer nun überleben. 
Dann hat es Herr Miller wohl seinen Vorbildern (wenn er denn welche hat) gleichtun wollen, in dem er diese lieblos hingeschmierte Sonntagsnachmittagsarbeit mit einem Epilog versehen musste. Natürlich. Einfach der Erledigungspflicht halber habe ich diesen dann auch noch gelesen und wahr, oh siehe da, gar nicht überrascht. Denn auch mit diesem Ausgang war zu rechnen. 
Tim Miller hat dieses Buch im CreateSpace veröffentlicht. Das muss nichts Negatives sein. Aber doch stelle ich mir die Frage, wieso ein Frank Festa, der seine Seele dem Verlegen der übelsten Horrorliteratur verschrieben hat, so etwas verlegt. 

Offenbar glaubt man, dass man mit einem bisschen Sadismus und einem Kannibalen bereits das Geheimrezept für einen guten Horrorroman gefunden hat. Lieber Herr Miller mitnichten. 

Spoiler - Gedankenstütze für mich

Halte dich von FESTA Extrem fern...




Sonntag, 22. Oktober 2017

Patrick Senécal - 5150 Das Haus des Wahnsinns

Meine Wertung: ★★★★★ 5/5

Autor: Patrick Senécal
Übersetzer: Alexander Rösch

Titel: 5150 Das Haus des Wahnsinns

OT: 5150, rue des Ormes '94

Verlag: FESTA

ISBN: 9783865523518

Deutsche Erstausgabe März '15

Seiten: 377

Einband: Taschenbuch

Genre: Thriller

Dazu passt:



"Verrückt.
So ein triviales Wort, oft beiläufig benutzt
und ohne nachzudenken."
– Yannick Bérubé

Genau wie 7 Tage der Rache wurde auch 5150, rue des Ormes bereits verfilmt und auch hier hatte ich erst den Film gesehen und erst Jahre später das Buch gelesen.
Den Film fand ich nicht wahnsinnig gut. Es handelt sich dabei um einen dieser real life horror, die man einmal schaut und dann vergisst... zumindest, bis man zufällig über ein Buch stolpert, dessen Titel einem bekannt vorkommt und bei dem man, während dem Lesen des Klappentextes weiss, man hat da mal einen Film gesehen.

Wieso man dem Film sowohl in den USA als auch hierzulande den Titel 5150 Elm's Way gegeben hat, ist mir ein Rätsel. Verträgt der Mensch denn wirklich so wenig Französisch? Aber dazu mehr in meinem kommenden Beitrag Buch VS. Film.

Liebe Leser, macht Euch auf eine ausführlichere Rezension gefasst. Zu diesem Buch gibt es viel zu sagen. 😊


"Die Katze verschwand unter dem
Maschendrahtzaun. Wenn es mir je
gelingen sollte, diesem Albtraum
zu entkommen, setze ich eine Belohnung
in Höhe von 1000 Dollar für denjenigen aus,
der mir ihre gehäutete Leiche bringt.
Nein, streichen wir das - er kann sie mir
ruhig lebend bringen.
Ich werde sie selber häuten!"
– Yannick Bérubé

Erst hatte ich 4/5 ★ gegeben, besann mich dann aber eines Besseren. Ein Buch, das derart spannend ist (nicht durchgehend), dass man in der Tram (jawoll, Tram hat sowohl Genus feminin als auch neutral) sitzt und die Haltestelle verpasst (gut, dass liegt auch an meiner neuen Errungenschaft, den BOSE QuietComfort 35 Kopfhörern) und sich dann zu Fuss - aber noch immer lesend, durchs Herbstlaub auf zum Ziel macht, das hat einfach 5 Sterne verdient! Findet Ihr nicht?

Ja es war tatsächlich so. Auf Anraten meiner Reisegenossin habe ich mir dann doch noch die Bose QuietComfort 35 gekauft. Ich hatte sie zum ersten Mal aufgesetzt und war überwältigt. Sie schliessen die Aussenwelt völlig aus. Ich denke, ich sollte ihnen einen Blogeintrag widmen...
Jedenfalls hörte ich die Ansage der nächsten Haltestelle nicht und war ohnehin zu sehr mit Yannick beschäftigt. An der nächsten Haltestelle stieg ich dann aus und ging lesend durchs Herbstlaub. Menschen haben mich irritiert angeschaut. Was soll's. Es war zu spannend! Und ganz ehrlich, ob ich jetzt durch die Strassen wandle, wie ein verfluchter Zombie, mit gesenktem Kopf auf das Display meines Smartphones starrend oder ob ich aufrechten Ganges schreite, das Buch vorm Gesicht - ohne einen quasimodoischen Buckel heran zu züchten... Wo ist der Unterschied?



In einem Satz

Junge stürzt vom Fahrrad (Helvetismus: das Velo), sucht Hilfe bei einer geisteskranken Familie und verfällt in deren Gefangenschaft selbst dem Wahnsinn (um eine Schachpartie).

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Ja!
Genau wie in 7 Tage der Rache sind auch hier die Figuren so lebensecht geschildert, dass man sie manchmal zur Vernunft prügeln möchte. Genau wie im richtigen Leben.
Senécal, der französische Stephen King genannt, verschwendet keine Zeilen um eine Idylle zu schildern, wie das etwa unser aller König des Horrors Stephen King auf den ersten 250 Seiten zu tun pflegt. Bei Senécal gehts gleich auf Seite 19 zur Sache. Er ist nicht übertrieben sadistisch, wie ZU VIELE andere im FESTA verlegte Autoren, schreckt aber vor Folter und Schmerz nicht zurück - jedoch in "humanem" Masse. Jacques Beaulieu, der Vater der gestörten Familie, sagt selbst immer wieder "Keine unnötige Gewalt.". Daran hält sich auch der Autor. Abgesehen von der Tochter Michele wird im ganzen Buch keine übertriebene Gewalt angewendet - nur immer so viel, wie eben notwendig ist. Jacques hält sich für eine Art Krieger im Kampf für die Gerechtigkeit. Er tötet nur ungerechte Menschen. Dies ist in seinen Augen eine gerechte Tat, weil er so die Welt säubert.

"Keine unnötige Gewalt!"
– Jacques Beaulieu

Auch wenn man den Film kennt, liest sich das Buch spannend - da der Film leicht davon abweicht. Die Spannung ist von A-Z vorhanden und man mag es vor allem gegen den Schluss nicht mehr aus der Hand legen.
Andererseits hinterfragt man bspw. die gottesfürchtige und für's heutige Zeitalter ZU fromme Mutter Maude. Bei der kleinen (gestörten?) Anne, die nie spricht, dafür mit ihren schwarzen Augen umso mehr starrt, schwankt man zwischen Mitleid und Unwohlsein.
Obschon wunderbar beschrieben wird, wie Yannick zunehmend dem Wahn verfällt und man das ein Stückweit nachvollziehen kann, beäugt man gewisse Handlungen voller Unverständnis. Wie kann er nur? Doch der Autor hat sich dabei etwas überlegt.
Senécal: BRAVO!

▶︎ Wenn Du, lieber Leser, eher auf Bücher von bspw. James Wrath stehst oder auf jene abartigen von Lee, dann bist Du bei Senécal falsch.

Gedanken zur Übersetzung

Das französische Original habe ich nicht gelesen - zu schlecht sind da meine Französischkenntnisse. Jedoch kam nicht umhin mich zu fragen, ob Senécal wirklich geschrieben hat, Yannick würde dem Fänger der Katze 1'000 DOLLAR bezahlen. Waren da vielleicht nicht eher von FRANCS die Rede? Wenn ja, wieso schreibt man in einer deutschen Übersetzung dann Dollar? 
Es steht zwar schon geschrieben, dass es sich um eine Übersetzung aus dem Französischen handelt, aber dennoch irgendwie schräg, nicht? 

Seite 10: "(...) am Freitag, den 20. September 1991."
Am (am = an dem) fordert den Dativ. "Dem" ist eine Apposition, mit der präzisiert wird, um welchen Freitag es sich handelt, wobei sich diese auf den vorigen Kasus, also den Dativ bezieht. Folglich müsste es heissen: am Freitag, dem 20. September 1991.
Will man den Akkusativ verwenden, so muss die temporale Präposition "am" weggelassen werden, wodurch dann auch die Apposition im Akkusativ steht:
Freitag, den 20. September 1991.
Beim Satz im Buch, wird "am Freitag" im Dativ mit einer Apposition im Akkusativ vermischt und ist somit inkongruent. 

Spoiler - Gedankenstütze für mich

Yannick stürzt aufgrund einer aus dem Nichts kommenden Katze vom Rad. Da er zu den Menschen gehört, die sich beim Versuch einen Nagel einzuschlagen gleich 3 Finger brechen, beschliesst er, lieber ein Taxi zu rufen, das ihn und das defekte Fahrrad nach hause bringt. Er klingelt beim Haus mit der Nummer 5150 in der rue des Ormes, bei der Familie Beaulieu, in deren Einfahrt ein Taxi steht. 
Er wird ins Haus gelassen, um zu telefonieren und hört aus dem 1. Stock ein Stöhnen. Dummerweise geht er nach Oben und stösst die Tür zum grünen Raum (CUBE) auf, wo er einen Jungen in einer Blutlache auf dem Boden liegen sieht. Er denkt sich, dass er abhauen muss - doch es ist zu spät. 

Als Jacques erstmals mit Yannick spricht, kamen mir die Tränen vor lauter Lachen: "Du dachtest, ich will dich töten?", fragte er offenbar ehrlich schockiert. "Wie kommst du denn darauf?" Wie sollte ich das beantworten? Er hatte mich halb bewusstlos geschlagen (...) und wusste nicht, wieso mir solche Gedanken durch den Kopf schossen?
Oder: Es sei zu riskant Yannick gehen zu lassen "Er erklärte es mir mit trauriger Miene."
Wie zynisch Yannick ist und wie irre sich Jacques bereits zu Beginn des Horrors verhält ist einfach köstlich! Brilliant! 

Yannick unternimmt diverse unüberlegte Fluchtversuche und bei jedem möchte man ihm (zusätzlich zu den Schlägen, die er dann ohnehin schon einstecken muss) eine runterhauen! Wie kann man nur so blöd sein? 

Bei den Auszügen aus Maude's Tagebuch fühlt man sich wie Sarah Michelle Gellar in Eiskalte Engel bei der Frage "Mein die das ernst???". 

Maude verhilft Yannick zweimal zur Flucht. Beim ersten Mal bricht er im Eiswasser ein und wird von Jacques gerettet. Beim zweiten Mal kehrt er freiwillig zurück, weil er davon besessen ist, Jacques im Schach zu schlagen. 

Jacques gibt Yannick sein Wort, dass er ihn nicht umbringt, da er ja nichts Böses getan hat. Darüber hinaus sagt er zu ihm, wenn er ihn im Schach besiege, sei er frei, weil Jacques dann mit seiner Theorie falsch liege. Yannick verfällt zunehmend dem Wahnsinn und fixiert nur noch auf den Gedanken, Jacques Theorie zu widerlegen und ihn im Schach zu schlagen. 
Als Yannick dann im Keller das brobdingnagische Schachbrett findet und realisiert, dass die Schachfiguren allesamt aus Leichen bestehen, wird ihm elend und er will wieder fliehen - jedoch will er diesen Wahnsinnigen stoppen. 
Doch dazu kommt es nicht, denn ehe Jacques den entscheidenden Zug bei seinem Leichenschach machen kann, wird er von der kleinen Anne attackiert, die eben realisiert hat, dass ihre Mutter, die sich zuvor erhängt hatte, nun die weisse Königin im Schach ihres Vaters darstellt. Jacques, der das Mädchen ohnehin immer unheimlich gefunden hat und es nie hatte haben wollen, erschiesst sie und zerbricht danach, weil er eine Unschuldige getötet hat. Er war nicht gerecht. Er hat versagt. Die Partie wird nicht zu Ende gespielt. Yannick wird befreit, sagt jedoch keinen Ton. Er will nur wissen, wer gewonnen hätte. Jacques wird es Mordes an x Menschen überführt und kommt in eine Psychiatrie. Die gestörte Michele taucht in Yannick's Elternhaus auf und schneidet ihm die Genitalien heraus und verschwindet wieder auf nimmer wiedersehen. Yannick erliegt den Verletzungen nicht und wird am Ende des Buches Jacques gegenübergestellt. Sie starren sich an. ENDE



Musik während des Blogschreibens: LINKIN PARK - New Divide


Sonntag, 15. Oktober 2017

Stephen King - Gwendys Wunschkasten


Meine Wertung: ★★★★☆ 4/5

Autor: Stephen King

Titel: Gwendys Wunschkasten

OT: Gwendy's button box, 2017

Verlag: Heyne

ISBN: 9783453439252

Deutsche Erstausgabe 2017

Seiten: 123

Einband: Gebunden

Genre: Drama

Dazu passt: Ein Gesicht in der Menge


Ihr, oh meine getreuen Leser wisst, ein bis zwei Mal im Jahr habe ich Weihnachten. Immer dann, wenn ein neues Buch von Stephen King erscheint.
Man wird mich allerdings nie mehr vor Freude schreiend im Büro stehen sehen, mit dem neuen King in den Händen. Die Zeiten der kostenlosen King-Bücher sind vorbei, habe ich doch dem Buchhandel den Rücken gekehrt.
Ja, harte Zeiten sind angebrochen - denn nach vielen Jahren der kostenlosen King-Bücher, muss nun auch ich wieder für sie bezahlen... Jedoch sind sie es wert ^_^
Und wenn man sie bei Amazon vorbestellt, dann liegen sie sogar unversehrt und pünktlich im Briefkasten. 💜

"Der Mann im schwarzen Anzug"
– Stephen King

Ich wusste, dass es sich um ein ähnlich dünnes Büchlein handeln würde, wie etwa Ein Gesicht in der Menge. Innerhalb eines Tages hatte ich es durch.

Gwendys Wunschkasten ist ein Intermezzo mit Reverend Cain aus Poltergeist, dem Mann im schwarzen Anzug aus Der Mann im schwarzen Anzug, dem Film The Box und auch erinnert es uns an die magische Affenpfote, die einem jeden Wunsch erfüllt, allerdings ein jeder gefolgt von Unheil.

Zum HEYNE-Verlag

Wieso?
Über x Jahre beschert Stephen King dem Verlag einen nicht zu verachtenden Umsatz. Wieso wurde dann Gwendys button box dergestalt lieblos gestaltet?
Wieso hat man auf die Illustrationen des englischen Originals verzichtet?
Und was noch wichtiger ist, was hat es mit diesem "Übersetzer" Ulrich Blumenbach auf sich? Wie kann man einen King nur derart schlecht übersetzen?
Die Aufgabe eines Übersetzers besteht nicht etwa darin, einfach Wort für Wort in der eignen Sprache wiederzugeben. Es geht darum das Buch als ganzes einzufangen. Die Sprache, die Emotionen und Empfindungen der Geschichte adäquat an den deutschen Leser zu bringen.
Mit der Meinung, dass Ulrich Blumenbach einen schlechten Job gemacht hat, stehe ich nicht alleine da.... oh Wunder...
Offenbar werde ich King künftig wieder im englischen Original lesen müssen...

In einem Satz

Ein Mädchen erhält einen magischen Holzkasten, der ihr das nahezu perfektes Leben vergönnt - bis es zu einer Tragödie kommt...

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Ja!
Gwendy erhält beim täglichen Lauftraining von einem Fremden eine Holzkiste, welche Schokoladentiere und Münzen ausspuckt. Gwendy ist mit Abnehmen beschäftigt, was ihr auch gelingt, denn die Schokoladentiere zügeln ihren Appetit. Ausserdem bewirkt die Box, dass Gwendy einfach alles gelingt. Die Münzen sind derart wertvoll, dass sie ihr später dann das College finanzieren.
Jedoch ziehen finstere Schatten auf und Gwendy weiss, dass alles in ihrem Leben mit der Box zu tun hat...
Eine dramatische Geschichte über ein gutes Herz und die Abgründe des Menschen, sowie die Versuchung... die grosse Versuchung und Disziplin...

Spoiler - Gedankenstütze für mich

Gwendys einst beste Freundin Olive nimmt sich das Leben. Sie stürzt sich von der Todesstreppe.
Gwendy gibt sich erst die Schuld daran, da sie sich entzweit hatten. Der Mann im schwarzen Anzug erklärt ihr an dem Tag, an welchen er die Box wieder zurück holt, dass Olive von ihrem Vater missbraucht worden sei und sich darum das Leben genommen habe.
Gwendys Freund Harry Streeter wird in einem erbitterten Kampf von Frankie Stone, der als Kind schon nicht mehr alle Latten am Zaun hatte mit Gwendys Box erschlagen. Gwendy drückt den Knopf ihrer Box und wünscht sich, dass Frankie zur Hölle fährt, was er in der Manier von Drag me to hell dann auch macht.



Mittwoch, 11. Oktober 2017

Patrick Senécal - 7 Tage der Rache

Meine Wertung: ★★★★☆ 4/5

Autor: Patrick Senécal

Titel: 7 Tage der Rache

OT: Les sept jours du talion, 2002

Verlag: FESTA

ISBN: 9783865523006

Deutsche Erstausgabe April '14

Seiten: 378

Einband: Taschenbuch

Genre: Thriller

Dazu passt: Jack Ketchum's EVIL



Zwei Verfilmungen gibt es von diesem Buch. 7 Tage aus Frankreich und The Tortured aus den USA. Bei der amerikanischen Verfilmung wurde der Schluss leicht abgeändert, was extrem einfährt... Aber, schaut den Film selbst. Ich werde hier nicht spoilern.


"Ein erschütternder Rache-Thriller
von konsequenter Härte."
– Frank Festa

Wenn ein Buch derart fesselnd geschrieben ist, dass man es, obschon man die Handlung aufgrund der bereits gesehenen Verfilmungen bereits kennt, dann hat man einen grossartigen Autoren gefunden!
Patrick Senécal... Der Film 5051 Rue des Ormes basiert auf seinem gleichnamigen Buch, welches ich derweil lese.

Ein Ereignis:
Als ich am Bahnhof stehend in diesem Buch gelesen habe, schrie plötzlich einer "Ööööh! FESTA!" und ich blickte auf. Der Typ erzählte mir dann, dass er Alles von Edward Lee lese. Dem gegenüber bin ich ja äusserst skeptisch eingestellt. Dann meldete sich seine Kollegin zu Wort und meinte, er habe ihr auch einen Edward Lee, Das Schwein, empfohlen und es sei gut, aber ekelhaft. 
Und so unterhielt ich mich während der ganzen Zugfahrt mit diesen zwei Fremden über Bücher des FESTA-Verlags und andere Thriller. 😀

In einem Satz

Ein Arzt rächt sich auf sadistischste Art und Weise am Vergewaltiger und Mörder seiner 10-jährigen Tochter und verfällt zunehmend dem Alkohol und Wahnvorstellungen, hervorgerufen durch die Geister der Vergangenheit.

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Ja!
Senécal versteht sein Handwerk! Die Figuren sind lebendig und derart real geschildert, dass man mitleidet. Bruno, der Vater, rächt sich am Vergewaltiger und Mörder seiner kleinen Tochter, wohl um die rechtlichen Konsequenzen seiner Tat wissend.
Er legt falsche Fährten, auf welche die Polizei hereinfällt.
Senécal schildert äusserst bildhaft, auf welche Art das Monster von Bruno gefoltert wird. Da dieser Arzt ist, weiss er genau, wie weit er gehen kann, damit "das Monster nicht seinen Qualen erliegt.
Wir leiden mit Bruno mit. Lernen seinen Schmerz und seine Qualen zu verstehen. Wir haben Verständnis und irgendwann kommen wir zum Schluss, dass diese Foltermethoden noch nicht genug sind. Das Monster müsste noch mehr leiden! Wir stellen unser hiesiges Rechtssystem in Frage, wie es auch Bruno im Buch tut. Dieser kann nicht akzeptieren, dass das Monster nach ein paar wenigen Jahren im Gefängnis wieder auf Bewährung freigelassen werden würde und nimmt das Gesetz selbst in die Hand. Wir pflichten ihm bei.
Bei gewissen Handlungen und Gedankengängen Bruno's erinnert er an Vitali Kaloyev, der das Gesetz auch selbst in die Hand nehmen musste, aufgrund ... lassen wir das... Die meisten von Euch, oh meine treuen Leser, kennen meine Meinung zu Kaloyevs Tat und dazu wen er anstelle von Nielsen hätte abstechen sollen... denn nur einer hatte die volle Verantwortung...

Gegen Schluss hat das Buch ein paar Längen. Mich hat gestört, dass Bruno immer mehr dem Alkohol verfällt, an Wahnvorstellungen leidet und von der Polizei ausgetrickst wird.... 

Spoiler - Gedankenstütze für mich

Es wird sehr bildhaft geschildert, woher Bruno seine Wahnvorstellungen hat. Er hört ständig einen Hund bellen.
Ein Junge aus der Nachbarschaft wurde einst von einer deutschen Dogge angefallen und hat heute noch ein von Narben entstelltes Gesicht. Jedoch hat er überlebt. Der Vater des Jungen schnappte sich den Baselballschläger und ging geradewegs zum Grundstück des Hundebesitzers, wo er den Hund langsam und qualvoll zu Tode geprügelt hat...